In unserer neuen Folge Next Stop: Future haben wir Torben Müller Hansen zu Gast. Er ist Mitgründer von Hopper Mobility aus Hamburg und hat ein Fahrzeug entworfen, das weder klassisches Fahrrad noch Auto ist. Mit ihm sprechen wir über die Frage, was die Mobilität von morgen braucht.
Der “Hopper” ist eine Antwort auf die Pain Points des Fahrrads: kalt, nass, anstrengend, schutzlos, kaum Transportfläche. Das Fahrzeug zählt offiziell als Fahrrad, hat aber eine Motorunterstützung, eine Art Kabine, Abstellfläche und viele Features mehr, die häufig als Argument genutzt werden, doch auf das Auto zurückzukommen.
Wer kauft den Hopper heute?
Die aktuelle Kernzielgruppe ist aktuell eher männlich, rund um die 50 und wohnt am Stadtrand. Zwei Drittel der Kunden ersetzen mit dem Hopper ein Auto, meist das Zweitfahrzeug. Das Produkt wird vorwiegend zum Pendeln genutzt, auf planbaren, wiederkehrenden Strecken. Das liegt auch daran, dass der Hopper noch (sic!) keinen Kindersitz hat, wodurch jüngere Zielgruppen mit Kindern noch nicht vollständig erreicht werden können.
Die Produktion ist laut Torben das Jahr über ausverkauft, der Engpass liegt also nicht bei der Nachfrage, sondern beim Volumen.
Design als Faktor für Verhaltensänderung
Ein zentrales Thema unseres Gesprächs ist die Rolle von Emotionalität und Design. Torben erklärt, dass der Hopper bewusst gestalterisch näher am Auto als am Fahrrad positioniert ist. Ziel sei es, Menschen, die gerne Auto fahren, über Design und Lebensgefühl anzusprechen und nicht ausschließlich über rationale Argumente.
Viele Kund:innen geben ihrem Hopper einen Namen und bauen eine persönliche Beziehung zu ihrem Fahrzeug auf. Diese emotionale Bindung ist gezielt Teil des Konzepts.
Sharing oder Privatbesitz?
Und der Fokus liegt klar auf dem Privatbesitz. Sharing-Systeme hätten häufig Probleme mit Vandalismus und fehlender Verantwortungsübernahme, so Torben. Gleichzeitig sieht er Potenzial für Sharing in geschlossenen Kontexten, zum Beispiel in Wohnprojekten, Siedlungen oder im Bereich von Handwerkern und Lieferdiensten.
Einig sind wir uns, dass es hier eine Spannung gibt. Der Wunsch, sich komfortabel von A nach B zu bewegen, ist nachvollziehbar. Gleichzeitig ist es kollektiv nicht tragfähig, wenn jeder ein eigenes Auto besitzt. Staus und Parkplatzmangel sind die Folge. Individuelle Bedürfnisse müssen daher mit den vorhandenen gemeinschaftlichen Ressourcen in Einklang gebracht werden. Und genau dafür benötigt es neue Lösungen.
Der Hopper ist für uns von Next Stop: Future genau so ein Beispiel. Wir haben keinen Sponsorenvertrag mit Hopper und werden auch nicht dafür bezahlt, Produkt und Unternehmen vorzustellen. Der Grund, warum wir Torben eingeladen haben, ist ein anderer: Bei Next Stop: Future geht es uns nicht nur darum, Metaanalysen zu liefern oder über Transformation zu sprechen. Wir wollen auch konkrete Ideen, Innovationen und Lösungen zeigen, an denen man sehen kann, wie dieser Wandel aktiv vorangetrieben wird.
Hier könnt ihr die Folge hören
Dort findet ihr auch alle anderen Folgen von „Next Stop: Future“ ebenso wie auf allen gängigen Podcast-Plattformen.
Ihr habt Fragen zur Zukunft?
Dann meldet euch gerne bei uns.